STEFAN ROCHOW

Journalist & Autor

Wenn das grüne „Emotions-Maskottchen“ durcheinander kommt

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Wer Claudia Roth am vergangenen Freitag am Rande des Parteitages von Bündnis 90/Die Grünen gesehen hat, der merkte sofort, dass der Partei-Mutti das Lachen vergangen war. Gerade erst hatte die Parteibasis der schrillen Lady für die Spitzenkandidatur bei der Bundestagswahl 2013 einen Korb gegeben. So konnte „Mutti“ erst wieder lachen als feststand, dass sie weiter Parteivorsitzende bleiben durfte.

Schon wenige Tage später, lief die Claudia dann wieder in Hochform auf. Bei Maischberger konnte sie wieder einmal nach Herzenslust gegen den alltäglichen Rassismus in der deutschen Gesellschaft wettern. Das Thema lautete  „Feindbild Sinti und Roma: Sind wir zu intolerant?“ und Claudia Roth wusste, dass sie hier nicht auf dem glatten Parkett eines so sensiblen Themas ausrutschen kann. Es kam wie es kommen musste – das ganze Format entwickelte sich zu einer Krawall-Talkshow. Maischberger selbst, gab sich die größte Mühe, noch einmal mit Einspielern die aufgeheizte Stimmung ein wenig mehr zu entflammen. Claudia Roth war in ihrem Element. Derart losgelassen, konnte nun nichts mehr sie stoppen.

So richtig in Fahrt kam die Power-Lady als es um die Berichterstattung der schweizerischen Wochenzeitung „Weltwoche“ ging. Diese hatte sich in einem Artikel mit der zunehmenden Einwanderung von Sinti und Roma beschäftigt und behauptet, dass damit auch der Anstieg von Kriminalität einhergehe. Philipp Gut, stellvertretender Chefredakteur des Schweizer Wochenmagazins „Weltwoche“, war selbst bei dem Talkdrama anwesend und bekam sofort die volle Breitseite von Frau Roth. Er betreibe „unethischen Journalismus“ wurde er angeblafft, was Gut aber wenig beeindruckte. Er stellte fest, dass sein Artikel auf recherchierte und belegbare Fakten beruhen würde. Als er dann – wie als Versöhnungsangebot – nachschob, dass er nichts gegen Romas hätte, half ihm das aber nicht mehr . Claudia war schwer verärgert und polterte los. Der vermeintlich richtige Vergleich kam ihr auch gleich über die Lippen. In Deutschland könnte so etwas in der „Jungen Welt“ stehen, giftete sie. Das sei „genau der Sound“.

Upps – nun war die Partei-Chefin aber in ein dickes Fettnäpfchen hineingetapst. Bei der Jungen Welt handelt es sich nämlich um das ehemalige Zentralorgan der FDJ, der DDR-Jugendorganisation. Bis heute hat sie ein marxistisches Selbstverständnis und gilt als das wichtigste Blatt der linksextremistischen Szene in Deutschland.

Das konnte natürlich nicht einfach im Raum stehen gelassen werden. Mag die Vergangenheit des Blattes vielleicht nicht ganz so demokratisch lupenrein sein, scheint die Grünen-Chefin doch Sympathie für diese Zeitung zu empfinden. Claudia hatte das Blatt mit ihrem Angriff ja auch gar nicht treffen wollen, gab sie nun kleinlaut zu. Sie meinte doch die konservative Zeitung Junge Freiheit. Bei der Jungen Welt ist alles palleti: „Das bedauere ich sehr und entschuldige mich ausdrücklich dafür. Es tut mir angesichts des Engagements der Jungen Welt gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in besonderer Weise leid, dass mir dieser Versprecher unterlaufen ist.“, rudert das grüne Emotions-Maskottchen nun öffentlich zurück. Claudia ist, nachdem die Partei sie in Hannover nun wieder lieb gehabt hat, die alte und schießt volle Wucht das nächste Eigentor.

Stefan Rochow twittert auf twitter.com/Stefan Rochow

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Written by Redaktion

22. November 2012 um 3:22 pm

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