STEFAN ROCHOW

Journalist & Autor

Distriktoberer der Piusbruderschaft im Interview

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Der Redakteur der Tageszeitung „Die Welt“, Paul Badde, hat heute mit dem Distriktoberen der Piusbruderschaft in Deutschland, Pater Franz Schmidberger, ein Interview im Hinblick auf den Stand der Verhandlungen mit Rom geführt. Hier ein kurzer Ausszug:

Welt Online: Bisher hat noch jede Sekte der Dünkel ausgezeichnet, auf der richtigen Seite zu stehen – mit einer guten Portion Überheblichkeit für die große Mehrheit. Bei Erzbischof Lefevbre war es nicht so. Er hat noch sehr gelitten unter der drohenden Spaltung und dem Notstand des ungeklärten Status der Bruderschaft. Hat sich die Priesterbruderschaft inzwischen an diesen Notstand gewöhnt – oder ist das Bewusstsein für die Gefahr einer bleibenden Abspaltung hier immer noch als Not verbreitet?

Pater Franz Schmidberger: Ein Notstand ist ein Notstand, er ist abnormal und strebt zur Normalisierung hin. Wie aber sollen wir mit Assisi-Treffen, die implizit (nicht explizit!) behaupten, alle Religionen seien Heilswege, zu einem Ausgleich kommen? Gewiss leiden wir unter der heutigen Situation; aber wir leiden noch tausendmal mehr darunter, dass dieser religiöse Relativismus schließlich zu Indifferenz und Atheismus führt und unzählige Seelen ins Verderben stürzt.

Welt Online: Der Papst hat für die Versöhnung mit der Priesterbruderschaft vor drei Jahren seinen guten Ruf (und die Einheit der Gesamtkirche) aufs Spiel gesetzt. Was setzt die Bruderschaft für die Versöhnung mit ihm und der Gesamtkirche ein?

Pater Franz Schmidberger: Die Bruderschaft bringt, wenn sie kirchenrechtlich anerkannt wird, ein großes Glaubenspotenzial und eine große Glaubenskraft in den Innenraum der Kirche hinein. Ich sehe wenige kirchliche Gemeinschaften, die diese vollkommene Einheit zwischen Dogmatik, Spiritualität und Liturgie auf ihre Fahne geschrieben haben und leben. Wir bringen einen großen Schatz mit, denn wir haben von Anfang an ausschließlich die alte herrliche Liturgie mit ihrer Ausstrahlung des Glaubens und der Heiligkeit gefeiert.

Außerdem wird die Piusbruderschaft für den Papst eine große Stütze sein, um das überall in Europa durch Zentrifugalkräfte latent vorhandene Schisma – siehe Österreich – zu überwinden. Erst vor Kurzem sagte mir ein Erzbischof in Deutschland, man rechne auch hier mit dem Wegbrechen ganzer Gemeinschaften.

Welt Online: Das war aber nicht meine Frage. Ich hatte daran erinnert, was der Papst für die Aussöhnung riskiert hat, und möchte also noch einmal wissen, was Sie dafür aufs Spiel setzen wollen?

Pater Franz Schmidberger: Wir geben unsere relative Freiheit auf, die wir bisher eingesetzt haben zur weltweiten Ausbreitung unseres Werkes, und legen diese in die Hand des Papstes. Im Übrigen handelt es sich nicht um ein diplomatisches Abkommen, sondern um das Wohl der Kirche und das Heil der Seelen. Das Problem in der Kirche ist nicht die Piusbruderschaft, sondern modernistische Theologen und der fortschreitende Zusammenbruch des kirchlichen Lebens seit dem Konzil.

Das vollständige Interview, aus dem, zumindet nach meinem Dafürhalten, an mancher Stelle eine erhebliche Selbstherrlichkeit der Piusbruderschaft hervortritt, findet sich hier.

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Written by Redaktion

13. Februar 2012 um 5:15 pm

Veröffentlicht in Religion

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