STEFAN ROCHOW

Journalist & Autor

Werdet stark im Glauben

with one comment

Nun ist der Papst wieder in Rom und die Geister scheiden sich darüber, wie bleibend dieser Besuch nun eigentlich sein wird. Insgesamt 17 Reden hat Benedikt XVI. während seiner vier Tage in Deutschland gehalten. So unterschiedlich das Publikum und die Grundintensionen der jeweiligen Zuhörer gewesen sein mag, eine Botschaft Benedikts zog sich wie ein roter Faden durch seine Reden: Werdet stark im Glauben!

Der Katholischen Kirche in Deutschland hat er damit ins Stammbuch hineingeschrieben, dass es „einen Überhang an Strukturen gegenüber dem Geist“ gebe. Die Kirche kann also nicht durch Strukturdebatten aus der Krise herausgeführt werden, sondern durch die Erneuerung des Glaubens. „Wenn wir nicht zu einer wirklichen Erneuerung des Glaubens finden, wird alle strukturelle Reform wirkungslos bleiben.“, sagte Benedikt vor allem in Richtung der katholischen Verbände. Nichts wirkt also auf Nichtchristen unattraktiver als die Fokussierung des Christseins alleine auf Gremiensitzungen und Reformwerkstätten.

Deutlicher wurde der Papst dann noch einmal in seiner Freiburger Rede, dessen Auswirkungen heute sicherlich noch nicht abzuschätzen sind. Der Heilige Vater wörtlich: „Die von materiellen und politischen Lasten und Privilegien befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein. Sie kann ihre Berufung zum Dienst der Anbetung Gottes und zum Dienst des Nächsten wieder unbefangener leben.“

Damit sprach er jenen Katholiken ins Gewissen, die von einer Verweltlichung der Kirche träumen. Die Kirche, das machte der Pontifex klar, darf sich nicht der Gegenwart anpassen, sondern muss eine gesunde Distanz zur Gesellschaft halten.

Diese Abrechung des Kirchenoberhauptes mit der Anpassungsbereitschaft, der Gremienseligkeit und dem oft überspitzt zur Schau getragenen Reformeifer innerhalb der Katholischen Kirche in Deutschland, macht Mut. Auch wenn es vermessen ist zu glauben, dass die Gremienkatholiken nach der Rede des Heiligen Vaters in sich gehen und vielleicht auch einmal an sich selbst arbeiten werden, waren diese Worte notwendig und gut. Papst Benedikt der XVI. hat seiner Kirche in Deutschland deutlich  gemacht, dass sie reformbedürftig ist. Um diesen „Reformstau“ aufzulösen und die Kirche glaubwürdiger zu machen, gibt es ein ganz einfaches Rezept: Stärkt Euren Glauben! Die aus ihm herausstrahlende Klarheit und Schönheit wird aus der Krise führen.

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Written by Redaktion

26. September 2011 um 9:35 am

Veröffentlicht in Religion

Eine Antwort

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  1. Respekt, da war der Papst in Deutschland und sagte: „Eine vom Weltlichen entlastete Kirche vermag gerade auch im sozial karitativen Bereich den Menschen, den Leidenden wie ihren Helfern, die besondere Lebenskraft des christlichen Glaubens vermitteln.“ Wie recht er hat. Staat und Kirche gehören generell getrennt.

    Susi

    26. September 2011 at 12:12 pm


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